Djuvec mit Sambal Oelek

Djuveč (B/K/S: đuveč; sprich: Dschuwetsch) ist ein klassisches Stück Balkan am Teller. Ein köstliches Stück, direkt aus Serbien. Dort hab ich ihn zum ersten Mal gegessen, aber das ist schon ein paar Jahre her. Damals war ich für eine Studienexkursion in Novi Sad. An Novi Sad selbst, all die Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele, die wir besucht haben, erinnere ich mich leider nur noch dunkel. Umso besser sind mir random Details im Gedächtnis geblieben. Zum Beispiel wie mir beim Besuch eines Basketballspiels zwischen Novi Sad und Belgrad mein Feuerzeug von einem Polizist in Kampfmontur abgenommen wurde, wie lächerlich ich das gefunden hatte und wie verständlich es mir bereits kurz darauf werden sollte, da ich diverse Gegenstände von den ZuschauerInnenrängen in Richtung Spielfeld fliegen sah. Die üppig bewachsene Landschaft und die ausgemergelten Straßenhunde sehe ich noch gut vor mir. Ich weiß auch noch, dass wir den ersten Abend der Reise mit reichlich Alkohol in der Lobby unseres Hotels, das seit Tito deutlich an Glanz verloren hatte, zugebracht haben. Auch daran, dass die 1,5 l-Plastikflasche „Jelen Pivo“, die ich gekauft hatte, mein Professor fast im Alleingang geschafft hat. Ich erinnere mich, dass ich ihm quasi als Gegenschäft eine Verlängerung für die Abgabefrist meiner Seminararbeit abgerungen habe. Ich sehe Bilder einer Kindergruppe im Volksschulalter, die ausgelassen durch den Regen läuft und fröhlich „Pada Kiša“ singt, die Imbiss-Pizza mit Ketchup, schöne aber verfallene Fassaden und den Teller mit meinem ersten Djuveč.


Djuveč in Novi Sad

Meist haben wir in Novi Sad richtig gut gegessen. Die Küche in der Vojvodina ist zwar recht reichhaltig aber (oder vielleicht gerade deshalb) auch unglaublich köstlich! Fleisch spielt eine große Rolle, dennoch kann man auch als VegetarierIn kulinarische Genüsse feiern. Mein erster Djuveč war allerdings keiner. Wässrig und geschmacksarm lag er neben den „Karottenstückchen für die Dritten“  beim Abendessen im Hotel irgendetwas bei. Nach Wiederholung hat das Essen wirklich nicht geschrien, sondern vielmehr nach einem Strohhalm und nach Verdrängung. Brrr!


Eine 2. Chance für den Djuveč

Zurück in Österreich bekam der Djuveč dann doch eine zweite Chance bei mir. Eine Freundin hatte ihn an einem Abend in der Scherbe bestellt und da er ganz wunderbar ausgesehen und geduftet hat, hab ich ihn probiert. Und – was soll ich lang um den heißen Djuveč reden? – er hat auch super geschmeckt! Seither ist der Djuveč eins meiner liebsten Reisgerichte, das auch hervorragend in den Sommer passt.


Mein Djuveč mit Sambal Oelek

Djuveč ist ein leichtes Reisgericht mit einem sanft fruchtigen Aroma von der roten Paprika und den Tomaten. Für ein Beilagengericht ist das optimal, als Hauptspeise kann aber ruhig etwas mehr Würze daran. Weil Aiman und ich Schärfe lieben, habe ich den Djuveč mit Sambal Oelek verfeinert. Sambal Oelek ist eine dickflüssige, indonesische Würzpaste auf Chilibasis. Wer die nicht zuhause hat, kann natürlich auf eine andere Chilipaste ausweichen, z.B. auf Harissa. Auch sie bringt ein herrlich neues Aroma an den klassischen Djuveč.


Rezept

Portionen
2-3 Portionen
Kochzeit
ca. 30 Minuten
Portionen
2-3 Portionen
Kochzeit
ca. 30 Minuten
Portionen
2-3 Portionen
Kochzeit
ca. 30 Minuten
Portionen
2-3 Portionen
Kochzeit
ca. 30 Minuten
Zutaten
  • 200 g Reis
  • 400 ml Wasser
  • 80-100 g TK-Erbsen
  • 1 mittleres Stk Zwiebel
  • 1 großes Stk rote Spitzpaprika
  • 1 großes Stk Knoblauchzehe
  • 1 Dose Tomaten in Stücken
  • 1 TL Sambal Oelek
  • 1 TL Paprikapulver "Edelsüss"
  • 3 EL gutes Olivenöl
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken
Portionen: Portionen
Einheiten:
Anleitungen
  1. Die tiefgefrorenen Erbsen zum Antauen in eine Schüssel geben. Den Reis in einem Sieb unter fließend Wasser spülen.
  2. Gut 3 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen. Paprika und Zwiebeln darin andünsten. Das Gemüse mit dem Paprikapulver und Sambal Oelek würzen. Den Reis hinzufügen und leicht anbraten. Den Knoblauch dazugeben und kurz Hitze ziehen lassen. Sobald der Knoblauch sein Aroma entfaltet, mit 400 ml Wasser ablöschen und mit Salz würzen. Die Tomatenstücke zugeben.
  3. Den Djuveč-Reis zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten garen. Die Erbsen in etwa 5 Minuten vor Ende der Garzeit hinzufügen. Eventuell nachsalzen. Fertig ist der Balkan-Klassiker.


 

Prijatno!

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