Hirse-Porridge nach TCM

Das Frühstück ist wichtig, wenn nicht sogar die wichtigste Mahlzeit überhaupt. Da sind sich Mütter und ErnährungsberaterInnen aus unterschiedlichen Ländern und Schulen ziemlich einig. Wider besseres Wissen der Ernährungsobrigkeiten lassen wir das Frühstück dennoch oft ausfallen. Die Viertelstunde mehr Schlaf, mit der die Schlummerfunktion des Weckers lockt, ist einfach zu verführerisch. Wenn man da vor der Arbeit einige Dinge für den Haushalt erledigen, Kinder versorgen und/oder mit dem Hund raus muss, wird’s knapp und meist nur ein schneller Kaffee im Stehen.


Aber bringen die 15 Minuten wirklich was? Seien wir mal ehrlich, die machen das Kraut nicht fett und die Augenringe auch nicht kleiner. Zumindest meine nicht. Ein gutes Frühstück ist mir da weitaus mehr Hilfe, denn das mir sonst gut bekannte Vormittagstief fällt damit schon mal aus. Deshalb wird ab sofort wieder konsequent und gesund gefrühstückt. Und lecker sowieso. Wie diese himmlische Hirse-Porridge mit fruchtigem Apfel-Kerbismus, das im Geiste der traditionell chinesische Medizin (TCM) zubereitet ist.


Ein TCM-konformes Frühstück…

ist warm, damit der Körper keine Energie für die Erwärmung, Zerkleinerung und Aufnahme des Essens aufwenden muss und somit mehr Energie für andere Tätigkeiten zur Verfügung hat. Ein gekochtes, warmes Frühstück hält außerdem länger satt und bewahrt – ganz wichtig! ;-) – vor Heißhunger auf Süßes. Der befällt uns (und vor allem mich) nämlich nur zu gerne, wenn wir nichts frühstücken. Soweit so gut. Bleibt noch die Sache mit den Elementen…


Das fünfte Element…

Die TCM geht davon aus, dass der gesamte Kosmos, also auch die Nahrungsmittel, auf den Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser basieren. Die fünf Geschmackkomponenten sauer, bitter, süß, scharf, und salzig entsprechen diesen Elementen. Eine ausgewogene Ernährung gemäß TCM sollte alle Elemente beinhalten. Dabei ist auf eine gute Balance zu achten. Kein Element sollte längerfristig vorherrschen oder ausgelassen werden, damit das Qi – die Energie, die Lebenskraft – des Körpers nicht aus dem Gleichgewicht kommt und Krankheiten sich nicht ausbreiten können.

Mehr über eine Ernährungsweise nach TCM und die Fünf-Elementlehre könnt ihr online überblicksmäßig hier oder hier nachlesen. Ausführlicher in Dr. med. Weidingers Buch „Die Heilung der Mitte„.


(Gold)hirse, ‚n Appel und n’…

nein, kein Ei, sondern ein Kürbis – das sind die Hauptzutaten für mein Hirsefrühstück nach TCM.

Hirse ist eine meiner liebsten Getreidesorten, was sich gut trifft. Sie ist nämlich schrecklich gesund. Durch ihren Reichtum an Silizium, Mineralstoffen und Spurenelementen stärkt Hirse schwaches Bindegewebe, Nägel und Haare aber auch Zähne und Knochen und ist geeignet für DiabetikerInnen und Menschen mit Glutenunverträglichkeit.

In der TCM wird sie dem Element Erde (süß) zugeschrieben, wirkt kühlend und stärkt das Blut. Auch der Kürbis zählt zum Element Erde. Die getrockneten Feigen, Zimt, Vanille, Mandeln, Haselnüsse und Kürbiskerne ebenso. Und natürlich fällt auch der Honig hierunter.

Der Apfel, genauer eine saure Apfelsorte wie der „Meirac“, den ich hier nehme, wird dem Element Holz (sauer) zugewiesen. Er wirkt erfrischend.

Für das Element Metall (scharf) habe ich Cayenne-Pfeffer und Chileflocken und Nelken. Für Wasser (salzig), Salz. Der Kaffee, den ich zum Frühstück trinke, vertritt das 5. Element, Feuer (bitter).


Zubereitung…

Portionen Vorbereitung
4-5 Portionen 30 Minuten (am Vortag für das Kürbis-Apfelmus)
Kochzeit
15 Minuten
Portionen Vorbereitung
4-5 Portionen 30 Minuten (am Vortag für das Kürbis-Apfelmus)
Kochzeit
15 Minuten
Portionen Vorbereitung
4-5 Portionen 30 Minuten (am Vortag für das Kürbis-Apfelmus)
Kochzeit
15 Minuten
Portionen Vorbereitung
4-5 Portionen 30 Minuten (am Vortag für das Kürbis-Apfelmus)
Kochzeit
15 Minuten
Zutaten
  • Für den Hirsebrei:
  • 100 g Hirseflocken
  • 500 ml Kamille-Zimt-Tee
  • 400-500 ml Mandelmilch
  • 2 EL gemahlene Haselnüsse
  • 2 EL gemahlene Mandeln
  • 1/2 Stk Vanilleschote
  • 1/4 TL Zimt (zur Unterstützung des Zimtaromas im Tee)
  • 1 EL Honig (nach Geschmack mehr)
  • 1 Prise Salz
  • 2 Stk getrocknete Feigen
  • Für das Kürbis-Apfelmus
  • 140 g Hokkaido-Kürbis (ca. die ein halber kleiner Kürbis)
  • 160 g Apfel ("Meirac", oder eine andere saure Sorte)
  • 3 Stk Nelken
  • 1/4 TL Cayenne-Pfeffer
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 1 EL Honig
  • 150 ml Wasser
  • etwas Zitronensaft
  • 1/2 Stk Zimtstange
  • Kürbiskerne, Mandelstifte, Blütenpollen als Topping
Portionen: Portionen
Einheiten:
Anleitungen
  1. Am Vortag das Kürbis-Apfelmus zubereiten. Dazu den Kürbis waschen, halbieren, entkernen und 140 g in Stücke schneiden. Einen großen Apfel oder 2 kleinere (für 160 g) ebenfalls, waschen, entkernen und in Stücke schneiden.
  2. Kürbis- und Apfelstücke gemeinsam mit dem Wasser aufkochen. Nelken, eine halben Zimtstange und Cayenne-Pfeffer hinzufügen und bei kleiner Hitze ca. 20 Minuten bzw. so lange köcheln, bis sie weich sind. Die Zimtstange und Nelken entfernen und pürieren. Evtl. Wasser hinzufügen, falls das Mus zu fest ist. Mit Chiliflocken und Honig und einem Spritzer Zitrone abschmecken.
  3. Die Flocken trocken in einem Topf etwas anrösten, dabei gut umrühren damit sie nicht anbrennen. Sobald die Flocken duften, die kleingeschnittenen Feigen und die gemahlenen Nüsse hinzufügen. Kurz weiter rösten.
  4. Tee, Mandelmilch, Salz und Mark der Vanilleschote hinzufügen.Die Flüssigkeit mit den Flocken umrühren, bis ein Brei entstanden ist. Evtl. nach Belieben mit Honig süßen. Anschließend von der Platte nehmen und kurz ruhen lassen.
  5. Den fertigen Brei in eine Schüssel geben. Evtl. etwas Mandelmilch angießen und (wenn noch nicht zuvor) mit Honig süßen. Mit Kürbis-Apfelmus, Blütenpollen, Kürbiskernen und oder Mandelsplitter garnieren.
Rezept Hinweise

Das Frühstück reicht für ca. 5 Portionen. Dh. einmal gekocht kann eine Person eine ganze Woche warm frühstücken. :-)

Ein Manko von Hirseflocken ist allerdings, dass sie recht schnell verderben. Länger als 14 Tage sollte man die Packung (auch gut verschlossen und im Kühlschrank) nicht aufbewahren.

Viele Zutaten könnt ihr eurem eigenen Geschmack anpassen wie die Wahl des Honigs. Sorte und Menge sind da ja eine sehr individuelle Frage. Ich habe Propolis-Honig gewählt, da er gut bei Entzündungen hilft und auch nicht allzu süß ist.

Ihr müsst auch keinen Tee zum Kochen der Flocken nehmen bzw. genau diesen. Das kann jeder halten wie er will. Man kann natürlich stattdessen eine andere Sorte, nur Wasser oder auch Mandelmilch nehmen.

Guten Appetit und einen guten Start in den Tag!

2 Comments

  • comment-avatar
    Elisa Zunder 3. Dezember 2015 (16:10)

    Das Frühstück war/ ist irgendwie noch nie meine liebste Zeit zum Essen gewesen. Mittlerweile versuche ich aber morgens wenigstens einen Happen runterzukriegen um nicht mit gänzlich leeren Magen ins Büro zu hüpfen. Bei deiner Kreation hier läuft mir allerdings das Wasser im Mund zusammen und vielleicht sollte ich dem Frühstück einfach mal eine zweite Chance geben. ;)

    Liebst, Elisa

    • comment-avatar
      Anja 3. Dezember 2015 (19:47)

      Echt? Bei mir ist das genau umgekehrt – ich liiebe es zu frühstücken! :-) Leider hab‘ ich dafür nicht immer so viel Zeit wie ich mir wünsche. Dann passt ein Frühstück wie das super, denn 1x gekocht, brauch‘ ich es an den Folgetage nur noch aufzuwärmen. Freut mich, dass es dir gefällt und ich dich vielleicht sogar auf den Geschmack gebracht habe ;-)

      XX
      Anja

15 − drei =